Montag, 25. Mai 2020
Les choses de la vie
Am Sonntagabend lief bei Arte der wunderbar-melancholische Film von Claude Sautet. Leider aus traurigem Anlass: Michel Piccoli ist gestorben. Seine Filme, besonders die mit Romy Schneider, sind cineastische Perlen.

1983 hatte ich die Ehre, ihn kennenzulernen. Es war nur eine kurze Begegnung, aber das spielt keine Rolle. Sie fand statt anlässlich einer Vorführung von "Der General der toten Armee", bei der Piccoli persönlich anwesend war. Nach dem Ende strömten die Zuschauer aus dem - relativ kleinen - Kino und Piccoli stand plötzlich völlig verloren im Zuschauerraum. Offenbar wagte es niemand, ihn anzusprechen, und seine Entourage war wohl zufällig nicht in der Nähe.

So entspann sich ein etwa zehnminütiges Gespräch über den Film und Kulturelles im Allgemeinen. Inzwischen waren seine Begleiter zurückgekehrt, doch er ignorierte sie und unterhielt sich weiter. Man würde jetzt wohl ein Glas Wein trinken, ob ich nicht mitkommen wolle? Natürlich wollte ich, doch irgendwie umringte ihn dann seine Entourage, riss ihn fast fort, und der Augenblick war vorbei.

Quel dommage. Aber vielleicht besser so.



Mittwoch, 8. April 2020
Nicht systemrelevant


Es nehmet aber
Und gibt Gedächtnis die See,
Und die Lieb auch heftet fleißig die Augen,
Was bleibet aber, stiften die Dichter.



Freitag, 3. April 2020
Am Fenster


Das beste, was die DDR an Musik geschaffen hat. Und heute stehen wir alle am Fenster.

https://youtu.be/ZFtMtalfa_Q

Einmal wissen dies bleibt für immer
Ist nicht Rausch der schon die Nacht verklagt
Ist nicht Farbenschmelz noch Kerzenschimmer
Von dem Grau des Morgens längst verjagt
Einmal fassen tief im Blute fühlen
Dies ist mein und es ist nur durch dich
Klagt ein Vogel, ach auch mein Gefieder
Nässt der Regen flieg ich durch die Welt
Flieg ich durch die Welt
Flieg ich durch die Welt
Flieg ich durch die Welt



Freitag, 27. März 2020
und gleich ist Abend


«Ognuno sta solo sul cuor della terra
trafitto da un raggio di sole:
ed è subito sera.»

(Salvatore Quasimodo)