Wie man Umfragen manipuliert
ZDF-Umfrage: "Bundeskanzler Friedrich Merz hat davon gesprochen, dass es in Deutschland Probleme im Stadtbild gibt. Konkret benannt hat Merz jetzt, dass es Probleme mit denjenigen gibt, die keinen dauerhaften Aufenthaltsstatus haben, nicht arbeiten und sich nicht an unsere Regeln halten.
Was meinen Sie, hat Friedrich Merz mit dieser Aussage …
- Recht oder
- hat er damit nicht Recht?"
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Ich hätte da ein paar Fragen:
Womit soll Merz nun Recht haben? Dass es Probleme mit Menschen gibt, die sich nicht an unsere Regeln halten? No na. Und gibt es diese Probleme dann nicht mit allen diesen Menschen, nicht nur Migranten?
Probleme mit Menschen, die nicht arbeiten? Mal darüber nachgedacht, dass Menschen ohne "dauerhaften Aufenthaltsstatus" meist gar nicht arbeiten DÜRFEN?
Und dass Asylbewerber noch gar keinen "dauerhaften Aufenthaltsstatus" haben?
Woran erkennt man den Aufenthaltsstatus von Menschen im "Stadtbild"?
Und wenn ein gewisser Don Alphonso geradezu lustvoll vermüllte Straßen und Graffiti in Neukölln fotografiert: Sind es Menschen ohne dauerhaften Aufenthaltsstatus, die diese verursachen, oder spielt der bei solchen Rücksichtslosigkeiten gar keine Rolle. Berlin in den 1980ern sah nicht wirklich anders aus.
"Stadtbild" hat nicht, wie Merz es insinuiert, mit dem Aussehen von Menschen zu tun, denn das ist wirklich rassistisch. Wer sich an Frauen mit Kopftuch stört, der mag wahrscheinlich auch keine Punkerinnen mit lila Haar.
Ach ja, die Münchner Schützenstraße am Hauptbahnhof ist tatsächlich verwahrlost. Schuld daran ist ein Ausländer, der hier Bauruinen hinterlassen hat. Der Tiroler René Benko.
Das alles ist erschreckend genug und es gehört polizeilich dagegen vorgegangen. Aber ist das typisch für MigrantInnen aus islamischen Ländern an sich?
Ich kenne da ja so einige und finde den Vormarsch des Islamismus schon erschreckend, finde aber die Mehrheit dieser Menschen immer noch als säkulare und eher prowestliche Leute vor. Jedenfalls da, wo ich sie wahrnehme, ihnen begegne.
Unfreiwillig komisch finde ich ja Aussagen wie "Die Gegend um den Hamburger Hsauptbahnhof ist zu einem zweiten Kairo verkommen" von Menschen, die noch nie im Leben in Kairo waren und gar nicht wissen wie es da aussieht. Und als jemand, der glückliche Tage in Kairo verbracht und mit Flüchtlingen aus dem Sudan in ihrer ägyptischen Ankunftszone (Assuan, Luxor) gesprochen hat empfinde ich für solche Leute dann eine Mischung aus Verachtung und Belustigung.
Kairo ist tatsächlich eine faszinierende Stadt. Nein, um den Hamburger Hbf sieht es schon deshalb nicht aus wie in Kairo.
Ich erinnere mich daran wie ein uns bestens bekannter Toppremiumblogger schrieb er sei in Italien gewesen und habe gesehen wie sich die Flüchtlinge in den Straßen tummelten, insofern könne er die Situation besser beurteilen als migrantenfreundliche Linksblogger hierzulande. Er meinte wohl damit andere beeindrucken zu können und mehr Kompetenz zur Beurteilung der Lage zu haben.
Ich bin in Oberägypten nahe der Grenze zum Sudan in einem Flüchtlingslager gewesen und habe mit Flüchtlingen aus dem Darfur in ihrer Behausung, wo mit einer hölzernen Wäscheklammer zwei nackte Kupferkabel zusammengeklickt worden um Licht zu machen Haschisch geraucht. Und nu?
Tja von uns war ja noch niemand in Italien...