Sonntag, 6. Dezember 2020
Glühweinverbot


Solche Brutstätten des Virus sind ab Mittwoch passé. Der Söder macht Ernst.

Nächtliche Ausgangssperren dann ab Inzidenz 200 (da ist München knapp davor).

Gut, es gibt zwar keinen Grund, in der dunklen Kälte draußen zu sein, wo eh alles zu hat, aber verbieten ist halt schöner. Hauptsache, es wurde wieder was "verschärft".

Dann müssen wir auch nicht so viel darüber nachdenken, wo sich die Leute wirklich anstecken.



Mittwoch, 25. November 2020
Coronatestkompetenz München


Das Bild trügt natürlich, da es an einem Sonntag aufgenommen wurde. Normalerweise steht hier eine Schlange, die das Infektionsgeschehen sicherlich günstig beeinflusst.

Das Testergebnis kam nach 8 Tagen. Negativ immerhin, aber was heißt das schon.

Hauptsache Söder verschärft wieder mal die Maßnahmen. Ein scharfer Hund. Der tut was. Bavaria first!



Dienstag, 29. September 2020
Um 23 Uhr macht das Virus Feierabend


Aber das ist nicht der Grund, warum sich Leute, denen man in München derzeit das Masketragen im Freien aufzwingt, etwas verschnupft reagieren.

Eher deswegen:

"Kann man sich etwa durch einen Mund-Nasen-Schutz oder Arzneimittel schützen?

Das Risiko einer Infektion kann durch einen eng anliegenden Mund-Nasen-Schutz (wie er in der Chirurgie und der Intensivmedizin verwendet wird) verringert werden. Einlagige Masken sind unwirksam.

Das generelle Tragen von Atemschutzmasken oder Mund-Nasen-Schutz durch die Allgemeinbevölkerung während einer Influenzapandemie lässt aber keine wesentliche Reduzierung der Übertragung von Influenzaviren erwarten und wird daher auch nicht empfohlen. ...

Denn jede Kontaktperson könnte eine Infektionsquelle sein. Familienangehörige, insbesondere Kinder, und Freunde stellen wegen des engeren Kontakts eine erheblich wirksamere Infektionsquelle dar als zum Beispiel flüchtige Kontaktpersonen in der U-Bahn. Folglich müsste der Mund-Nasen-Schutz ständig, auch zuhause, getragen werden, um wirksam zu sein; dies ist nicht praktikabel.

Das stammt nicht aus einem Infoblatt von Coronaskeptiker, sondern steht auf der Website des Bayrischen Ministeriums für Gesundheit und Pflege.

Nachtrag: Das Ministerium hat den Artikel "angepasst". Originaltext auf archive.org (19.9.2020)



Dienstag, 1. September 2020
Reichskriegsflaggen am Reichstag?


Hier versucht ihr das besser nicht. Ihr würdet euch wundern, wie ungemütlich ein Kriegsdienstverweigerer werden kann.



Dienstag, 16. Juni 2020
Appidioten


Nein, damit meine ich nicht die Leute, die sich die fantastische superduper Corona Warn App installieren, sondern die Entwickler. 20 Millionen soll das Ding gekostet haben. Klar, da können einfach nur SAP und Telekom abkassieren.

20 Millionen. Und mit diesem schmalen Budget konntet ihr natürlich keine App entwickeln, die mit jeder Android-Version läuft. Tja, mein Smartphone hat den Fehler, dass es seit Jahren bestens funktioniert, aber keine Updates auf Android 6 und höher erhält. Angeblich nutzen noch bis zu 6 Millionen Menschen in Deutschland so ein Phone. Die fallen dann gleich mal weg. Aber die sterben ja ohnehin bald.

Topmodern sind natürlich die Phones von Huawei. Aber auf deren neuen Geräten läuft es auch nicht. Sanktionen, wissenschon.

Rechnen wir dann noch die Leute hinzu, die sich die App ohnehin nicht installieren werden, weil sie der Sache nicht trauen (ich rechne mal damit, dass das Ding binnen zwei Wochen gehackt wird), ist die App vermutlich so genial wie Toll Collect.

Armleuchter.

PS: Hab ich 20 Millionen gesagt? Nö, bis Ende 2021 sollen es 68 Millionen sein. Und dabei bleibt es sicher... nicht. Nicht nur Appidioten, sonder Appzocker.

Sowas wie eine europaweite Zusammenarbeit war natürlich auch nicht möglich.



Montag, 8. Juni 2020
Die wollen hier nur sitzen


Masken mögen sie nicht.



Außerdem sind sie mit der Gesamtsituation unzufrieden.



Auf dem Königsplatz waren es 25000, die gegen Rassismus demonstrierten.



Montag, 18. Mai 2020
Wie Bayern seine Künstler wertschätzt

Nationaltheater

Ich hatte schon so ein ungutes Gefühl. Heute rief mich die Klavierlehrerin an, der man 9000 Euro Soforthilfe zugesagt hatte. Sie habe einen ziemlich nassforschen Brief erhalten. Man habe ihren Antrag nochmal überprüft, und sie hätte ihn überhaupt nicht stellen dürfen, da man keine Honorarausfälle geltend machen dürfe, sondern nur betriebliche Kosten.

Das Geld würde daher "selbstverständlich" nicht ausbezahlt, man sehe immerhin in ihrem Fall von strafrechtlichen Ermittlungen wegen Subventionsbetrug ab.

"Eventuell" könne sie die neu aufgelegte Soforthilfe für Künstler beantragen (ingesamt 3000 Euro), aber man werde ihren Fall besonders genau prüfen. (Beantragung auch einen Monat nach Verkündigung nicht möglich.) Ansonsten stünde ihr der Weg zu ALGII frei.

Ich würde dieses Gebahren sehr gerne zur Presse durchstechen, aber die Frau hat Angst und fürchtet Schwierigkeiten. Sowas macht mich echt wütend.

Das Foto ist eher Symbolbild. Die Luxuskultur wird man schon retten. Schließlich wollen die Großkopferten wieder ihre Abendgarderobe ausführen.



Donnerstag, 30. April 2020
Life after man


Es gab mal eine amerikanische TV-Doku, die hypothetische Überlegungen anstellte, was passieren würde, wenn die Menschheit von heute auf morgen verschwinden würde.

Dies hier wäre dann Tag 1: Der Strom geht noch, die Rolltreppen fahren.

Mehr kommt dazu aber nicht mehr. Die leere Rolltreppe im Untergeschoss des Marienplatzes war von letztem Sonntag.



Dienstag, 28. April 2020
Maskenfrust


Seit Montag darf man in Bayern nur noch mit "Mund-Nasen-Schutz" in die jetzt wieder offenen Geschäfte, und auch im ÖPNV gilt "Maskenpflicht". Übersehen kann man diese nicht: Überall in den Bahnhöfen und an den Zügen deutliche Warnhinweise, und auch an vielen Geschäften wurde ein entsprechendes Schild angebracht. In Bayern sollen Verstöße gleich mal mit 150 Euro sanktioniert werden, und diese gelten als "Straftat". Vor kurzer Zeit galten Masken noch als überflüssig.

Nach eigener Benutzung und Beobachtung, wie andere das machen, einige Eindrücke:

Einfache OP-Masken (Kostenpunkt etwa 1,80 € pro Stück, tragen sich recht unangenehm, irritieren die Haut, sorgen für unangenehmes Wärmegefühl beim Ausatmen, wobei sich auch gleich die Brille beschlägt. Lange will man das nicht tragen.

Das führt dazu, dass die meisten Leute die Maske auf der Straße auf oder unter das Kinn schieben und beim Betreten eines Geschäfts hochziehen. Dabei greifen viele die Maske da an, wo man es nicht soll: Sicher nicht Sinn der Sache. Viele tragen das Ding auch falsch und lassen die Nase frei. Auch bei Verkäufern sieht man das.

Soziale Interaktion fällt schwerer. Distancing hin oder her, ein Lächeln auf Sicherheitsabstand tut gut, und das sieht man jetzt nicht mehr. Ich ertappe mich dabei, dass ich lächle, und dann fällt mir auf: Das Gegenüber sieht das gar nicht. Auch das Hörverständnis leidet: An der Theke machen sich manche Leute nur mühsam verständlich.

Die Maske wird sich als Gift für das Wiederanfahren des Einzelhandels erweisen. Einkaufen macht so keinen Spaß, und für Modeläden gilt überdies: Kein Anprobieren erlaubt. Da kann man auch gleich online bestellen. Eine Bekannte öffnete gestern ihre Boutique wieder: Umsatz null.

Auf dem Viktualienmarkt absolutes Informationschaos. Müssen Kunden hier auch Masken tragen? Es heißt eigentlich "in Geschäften", doch hier ist man vor einem Geschäft. Die Polizei sagt ja, Maskenpflicht für alle, die etwas kaufen wollen. Aber was ist mit Leuten, die den Markt nur überqueren? Also wieder Willkürentscheidungen.

Über Sinn oder Unsinn der einfachen OP-Maske möchte ich gar nicht diskutieren. Aber über den Sommer hinweg wird das nicht funktionieren. Die Lokale müssen ja auch wieder aufmachen, da funktioniert Maskenpflicht überhaupt nicht.

In den nächsten Tage bekomme ich noch selbstgenähte Masken. Hoffentlich tragen die sich etwas angenehmer.



Sonntag, 26. April 2020
Ab Montag Maskenpflicht

Ich bin natürlich gerüstet

Immerhin, die Münchner Apotheken führen alles: OP-Masken für 17,95 (10 Stück), Baumwollmasken für bis zu 20 Euro das Stück. Bevor Herr Spahn unseren Vorrat nach China verscherbelte (warum interessiert das eigentlich die Presse nicht?) kosteten die Einmalmasken vielleicht 20 Cent das Stück.

Beim Drogeriemarkt Müller gibt es FFP2-Masken für 15 Euro, auch etwa das Zehnfache des ursprünglichen Preises. Die unsichtbare Hand des Marktes eben.

In Bayern muss natürlich alles wieder brutalstmöglich durchgesetzt werden. So wird die Polizei im ÖPNV patrouillieren und Maskenmuffel 150 Euro (!) abknöpfen. Vor zwei Monaten waren die Masken angeblich noch nutzlos, jetzt sind sie Zwang. In punkto Freiheitsrechte fahren wir derzeit nicht auf Sicht. Blindflug scheint mir passender.



Wenn man dann sieht, wie die Leute ihre Masken auf dem Kinn tragen, um sie beim Betreten der U-Bahn umständlich ins Gesicht zu ziehen, hat man schon den Eindruck, dass das allenfalls Vorschriften-Kabuki ist.



Wie lang soll diese Pflicht eigentlich gelten? Das Saarland "spendiert" 5 Einmal-Masken pro Person (wie großzügig), die Münchner TZ verlost 500 Stück. Söderstan ist Absurdistan.