Social Distancing im Biergarten


Das mit den einen Meter fünfzig üben wir noch, aber die Luxusdirndl müssen ja auch mal an die frische Luft.

Edit: Nach Einwänden das Ausschnittfoto durch das datenschutzunbedenkliche Originalfoto ersetzt.




bitcoinziwo am 21.05 2020, 20:28  |  Permalink
.

der imperialist am 21.05 2020, 20:48  |  Permalink
Hügelige Landschaften
Wunderbarer Ausschnitt. Auch abendfüllend. Vielen Dank. Von Wien aus halte ich auch entsprechend Abstand. Bin ich umgehend begeistert.

arboretum am 21.05 2020, 21:03  |  Permalink
Das Originalbild erinnert ein bisschen an Renoirs Bal du moulin de la Galette.

avantgarde am 21.05 2020, 21:05  |  Permalink
Jetzt wo Sie das sagen :-)
Sogar der Hut auf dem Tisch passt!

manhartsberg am 21.05 2020, 22:09  |  Permalink
Ausschnitt geht allerdings eher in Richtung Manet.

manhartsberg am 22.05 2020, 08:11  |  Permalink
Hintergrund war mir schon klar, ziwo. Aber verwechselst Du vielleicht Ausschnitt mit Inhalt?
Hier findest Du beides.

sid am 22.05 2020, 00:08  |  Permalink
Was mir bereits seit 2 Wochen auffällt: in den .de Nachrichten gehts nur noch ums Saufen und den Fußball.

Brot und Spiele - sagt der Mamazwerg dazu immer.
Alk und Spiele, ich und wir beide finde, es gabat Wichtigeres.

Schon interessant zu sehen, wie unterschiedlich Befindlichkeiten auf verschiedenen Seiten einer Grenze wahrgenommen werden.
Hüben nur 400 m2, drüben bis 800m2...

Allerdings gibts hier ja auch schon vermehrte Rasertreffen.
Wobei ich da die Polizei überhaupt net verstehen kann. Schlüssel und Papiere weg - fertig... was brauchts da deppert Abmahnungen???

Einkassieren und versteigern - haben das nicht die Italiener eine Zeit lang wenigstens gemacht?

schlotte am 22.05 2020, 06:05  |  Permalink
Avantgarde, da müssen Sie ja den ganzen Nachmittag damit zugebracht haben, von den fotografierten Personen mit erkennbaren Gesichtern einen Model- Release Vertrag zu bekommen. Respekt.

avantgarde am 22.05 2020, 10:19  |  Permalink
schlotte

es ist sehr fraglich, ob sich die Abendzeitung bei diesem Bild Model Releases eingeholt hat. Oder bei diesem hier. Oder bei jenem.

Bei Menschenmengen, die noch dazu zu dokumentarischen Zwecken aufgenommen wurden, sind die rechtlichen Kriterien äußerst schwammig.

Das Originalbild dürfte aber selbst vor ihren strengen Augen bestehen.

schlotte am 22.05 2020, 12:16  |  Permalink
haha mir ist das doch egal, ob Sie fesche Madln im Dirndl oder Obdachlose unter den Brücken ablichten - ich dachte nur, es wäre besser Sie darauf aufmerksam zu machen, falls...

avantgarde am 22.05 2020, 12:33  |  Permalink
Naja da müsste sich das fesche Madl im Dirndl schon selbst beschweren, was doch sehr unwahrscheinlich ist. Sie ist ja auch keineswegs unvorteilhaft abgelichtet.

Zum einen handelt es sich um eine Menschenmenge, zum zweiten hat das Bild dokumentarischen Charakter und keinerlei kommerziellen Hintergrund.

Fotografieren in der Öffentlichkeit ist aber tatsächlich nicht mehr lustig. Die rechtlichen Vorgaben sind gar nicht mehr zu erfüllen.

Ich frage mich allerdings auch, wie oft ich auf irgendwelchen japanischen oder chinesischen Facebookseiten vertreten bin, denn bis Corona verging eigentlich kein Tag, ohne von einem Touristen fotografiert zu werden. Obwohl ich keine Lederhosen trage.

Obdachlose unter der Brücke würde ich allerdings nicht ohne ausdrückliche Erlaubnis ablichten.

schlotte am 22.05 2020, 13:53  |  Permalink
Sie wurden ständig wegen Ihres Gamsbarthutes fotografiert, stimmts?
Aber es ist schon so, man wundert sich fast, dass man mittlerweile noch kein model release für den Gaul auf der Weide braucht.

avantgarde am 22.05 2020, 14:52  |  Permalink
Ich werde wahrscheinlich in fernöstlichen Fotodatenbanken als "echter Münchner ohne Tracht" geführt.

Anders als die Kunstfigur am Tegernsee verschmähe ich auch die Lodenjacke, durchaus aus Gründen.

dai young am 23.05 2020, 13:14  |  Permalink
Lodenjacken sind kratzende Statements aus dem Land der sieben Zwerge. Deshalb passen sie auch so gut zum Tegernsee.

cerises am 23.05 2020, 18:05  |  Permalink
Da brech ich aber mal eine Lanze für Loden.
Es muss ja nicht der grüne kratzige sein.

Ich kenne einen sehr schönen Alpakalodenmantel in anthrazit persönlich, der ist nicht kratzig, federleicht unglaublich warm, aber zur Zeit ist leider der Schnitt nicht à la mode.

cerises am 23.05 2020, 12:45  |  Permalink
Oh, da hab ich als exquisites Fundstück noch ein "memento mori" dazu...

hoffentlich funktionierts:

https://nebenan.de/public_feed/10752840

schlotte am 23.05 2020, 13:44  |  Permalink
Immer wenn ich was von Lodenjankern lese, muss ich an die wundervollen Karikaturen von Manfred Deix denken.

avantgarde am 25.05 2020, 13:16  |  Permalink
Ist das wirklich echt?

cerises am 25.05 2020, 20:04  |  Permalink
Das Schild
hing in der Kreuzbergstrasse, dort habe ich es auch fotografiert.

Es hing aber in Berlin an mehreren gut frequentierten Bauzäunen von Schöneberg bis Neukölln.

Und ja es ist "echt", so Satire halt echt sein kann... Erstaunlicherweise gab es auf das Schild durchaus Reaktionen von Menschen, die es bierernst nahmen und andere die sich ob der Pietätlosigkeit fürchterlich darüber echauffierten.

Und ja, das ganze ist recht schludrig von den Verursachern gemacht worden, siehe Seitentext über Beleuchtung, es hing auch nur zwei Tage an der Stelle, an der ich es fotografierte.

Besonders erfreute mich das "Roland-Koch-Institut". Ist der nicht nach seinem politischen Ausscheiden bei einer Baufirma gelandet?

avantgarde am 25.05 2020, 20:15  |  Permalink
Faszinierend. Solche Absurditäten habe ich sonst nur noch auf Kuba gesehen.

cerises am 25.05 2020, 20:22  |  Permalink
Da haben Sie aber einige Aktionen Der Partei bisher übersehen;-))

Ich denke, die wollten mit ihrem plakativen Schnellschuss auch auf das BBK in Bonn aufmerksam machen, das ja in der eigentlich wie für das Bundesamt gemachten Krise seltsam unsichtbar bzw. untätig blieb. Warum eigentlich?

arboretum am 25.05 2020, 20:38  |  Permalink
@ cerises: Roland Koch wurde am 1. März 2011 zunächst Vorstandsmitglied bei Bilfinger+Berger. Das hatte ein Geschmäckle, denn Bilfinger+Berger baute am Frankfurter Flughafen herum, dessen Anteilseigner das Land Hessen ist. Nachdem der Wechsel zu Bilfinger bekannt gemacht wurde, scherzten dessen Mitarbeiter auch prompt, dass Koch nun der Korruptionsbeauftragte werde - das Unternehmen hatte sich 2003 in Nigeria durch Zahlung eines Schmiergelds von mehreren Millionen Euro einen Regierungsauftrag gesichert. Koch wiederum hat ja angeblich nichts von den "jüdischen Vermächtnissen" gewusst (das Bauernopfer gab damals Franz Josef Jung, der wurde später zur Belohnung Bundesverteidigungsminister).

Vom 1. Juli 2011 bis Anfang August 2014 war Roland Koch sogar Vorstandsvorsitzender von Bilfinger+Berger, musste aber nach zwei Gewinnwarnungen kurz hintereinander gehen. Im Jahr 2012 soll Koch 1,5 Millionen Euro bei Bilfinger verdient haben - der Konzern hat ihn und zehn andere Vorstandsmitglieder, die zwischen 2006 und 2015 amtierten, 2018 wegen Pflichtverletzung auf Schadenersatz verklagt. Die haben sich im März 2020 geeinigt, Bilfinger+Berger bekommt jetzt von denen 16,75 Millionen Euro und sie verzichten noch auf Gehaltszahlungen, so dass insgesamt 18,2 Millionen Euro herumkommen.

Koch wird es sich leisten können, er sitzt wohl noch in ein paar anderen Aufsichtsräten und ist seit November 2017 Professor of Management Practice in Regulated Environments an der Frankfurt School of Finance & Management.

avantgarde am 25.05 2020, 21:13  |  Permalink
Aber wer liebt schon Bilfinger

avantgarde am 25.05 2020, 21:23  |  Permalink
@cerises

ja aber auf Kuba waren die Schilder wirklich echt (von der Partei aufgestellt). Völlig ironiefrei.

In Centro-Habana brachen ja immer wieder Häuser zusammen, weil sie völlig überbelegt waren und nie was instandgehalten wurde. Wenn die Bewohner Glück hatten, wurden sie rechtzeitig evakuiert.

Und da habe ich mal einen riesigen Schutthaufen eines zusammengestürzten Hauses gesehen, und ganz oben prangte ein riesiges Propagandaschild mit der Aufschrift: "Cuba siempre más linda!" (Kuba wird immer schöner!")

Und ich hatte keine Kamera mit.

cerises am 26.05 2020, 18:53  |  Permalink
Den Fotoapparat nicht dabeihaben,
das sind die wohlbekannen Situationen, wenn es möglich ist, dass man sich ohne artistische Vorkenntnisse ins verlängerte Rückgrat beissen kann ;-)), kenn' ich.

avantgarde am 26.05 2020, 22:32  |  Permalink
Ja, das war leider noch vor Smartphonezeiten.

bitcoinziwo am 25.05 2020, 00:22  |  Permalink
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beate2 am 25.05 2020, 07:53  |  Permalink
Liebe Avantgarde, mir gefällt sehr der von Herzen kommende zivilisierte Umgang hier, samt den schönen Kleidern und meinem Münchner Umfeld, das praktisch dasselbe ist wie Ihres.

Dennoch gebe ich unumwunden zu, dass mich nicht nur gossiptechnisch die "Enthüllungen" von Ziwo was die Hintergründe von che & Co (im Grunde dem ganzen ehemaligen Kosmos von dotcomtod, Nörgler, Don Alfonso und seinen Blogrollen wie Feynsinn, Hirnfick, Fliegende Bretter, Epikur, Bonetti) zum Schmunzeln gebracht haben. Sondern diese "Privatkriege" auch einen gut passenden Schlüssel darstellen zu manchen der aus heutiger Sicht exzessiven gewaltphantastischen Postings aus diesem Netzwerk, kaum hat man mal scherzhaft angemerkt, das alles seien doch stalinistische feuchte Träume (fast 20 Jahre her, aber unvergessen). Oder das betonharte Argumentieren, bei dem man unwillkürlich aufstöhnt ob der angewendeten verbalen Gewalt. Gehirnwäscheversuche wie beim Stopfen einer armen Ente, nur kommt dabei kein Foie Gras heraus.

Und den Ziwo habe ich dazwischen wie eine Sauerstoffspritze direkt hinter die Maske wahrgenommen. Mag ich schon seine Versform, mag ich noch mehr die woodyallen-mässige Selbstironie, die ernst zu nehmen nur den bloßstellt, der ihn unterschätzt. Und letztlich stand er dort ja auf verlorenem Posten.

Ich verstehe, dass das nicht hierher schwappen soll, was sich aus den alten Dotcomtod-Tagen herausentwickelt hat, aber es ist doch sehr aufschlussreich, dass es keinen mehr "von damals" gibt, der nicht plötzlich eine Seite zeigt, die menschlich-intellektuell sich als schwer beschädigt herausstellt.

Vielleicht liegt der Grund bei Dotcomtod: Wer einen Pranger lustvoll bedient, sich bei jeder Insolvenz wie ein Schnitzel freut und in Triumphgeheul ausbricht und das (auf grässlich schlampig recherchierten Fakten) in Ordnung findet, wird sich auch später nicht sonderlich schämen, wenn er die Seiten wechselt, die Sau anderweitig rauslässt und auf denen herumtrampelt, die man die Schwächsten zu nennen sich angewöhnt hat.

Ziwo war nicht so. Das werfe ich für ihn die Runde, auch wenn ich erst ein paar Wochen seine Kommentare lese und mir vorgenommen hatte, erst in einem Jahr (exakt am 18. März 2021) Bilanz zu ziehen und bis dahin alle anderen Blogs geblockt habe). LG Beate