Freitag, 9. April 2021
Testpflicht vor dem Einkauf, eine gute Idee?


München wird ja wohl in den nächsten Tagen wieder die Indidenzgrenze 100 reißen, d.h. ab Mittwoch ist wieder alles zu. Allerdings soll es wohl möglich gemacht werden, die Grenze auf 200 zu heben. Kunden müssten dann einen aktuellen PCR-Test (nicht älter als 48 Std.) oder einen Schnelltest (nicht Selbsttest) vorlegen, um mit Click & Meet weiterhin einkaufen zu gehen.

Das Problem wird sein: Wieviele machen das? Spontaneinkäufe mit Termin an der Tür (und die machen meist fast den gesamten Umsatz aus), gehen dann nicht mehr. Erst mal zur (hoffentlich nahen) Teststelle?

Leider haben diese Schnelltests ein großes Problem: Die Falsch-Positiven, die zu einem PCR-Test zwingen. Dessen Ergebnis liegt aber in der Regel oft erst in zwei bis drei Tagen vor. In der Zwischenzeit muss man sich aber sofort in Quarantäne begeben.

Ein ziemliches Risiko, dass sich viele nicht werden leisten wollen.

Resultat: Die Läden bleiben offen, aber leer. Das kostet den Laden dann sogar mehr als gleich zuzusperren.

Leider fehlt auch jede Perspektive, wann die Inzidenz wieder unter 100 fällt. Im April wohl nicht mehr. Der Einzelhandel fährt auf letzter Reserve. Im Sommer explodieren die (legal) verschleppten Insolvenzen. Der Leerstand in der Münchner Altstadt ist jetzt schon nicht mehr zu übersehen. Die sympathischen kleinen Läden sterben zuerst. Soll die Altstadt bald so aussehen wie die gesichtslosen Fußgängerzonen von Bottrop und Wanne Eickel?

Bei vielen ist noch nicht mal die Novemberhilfe angekommen, obwohl die Beträge ohnehin nicht zum Überleben reichen.