Mittwoch, 3. März 2021
Öffnungstrategien from Hell


Der durchgesickerte detaillierte stufenweise Öffnungsplan kann nur den Hirnen sesselfurzender Bürokraten entsprungen sein.

Buchläden (und ja, ich mag Bücher) dürfen ab 8.3. inzidenzunabhängig öffnen, der kleine Modeladen, der auf seiner im Vertrauen auf Regierungsaussagen im Herbst ("Läden werden nie mehr geschlossen!") bestellten Winterware sitzt, der darf das nicht. Nur in Gegenden mit Inzidenz unter 35 (schafft derzeit München nicht) soll das sogenannte "Click and Meet" erlaubt werden (ein Kunde im Laden nach Terminvereinbarung). So funktioniert Handel in den Innenstädten nicht.

Von Fairness keine Spur, Sinn noch weniger. Sind Pullover gefährlicher als Bücher (und Friseure?) Die Wut über dieses eklatante Staatsversagen wächst.

In einem mit 1. März datierten Papier aus dem Gesundheitsministerium von Jens Spahn heißt es zum Thema Selbsttests wörtlich:

"Um Selbsttests zielführend in die Nationale Teststrategie des Bundes zu integrieren, wird die Bundesregierung eine interministerielle Arbeitsgruppe (BMG, BMF, BMI, BMWi, BMAS, BMVI, BMFSFJ) einrichten, die unter anderem auch die finanziellen Rahmenbedingungen einschließlich einer angemessenen Eigenbeteiligung prüfen wird."

Unfassbar. Nach einem vollen Jahr.

Aber es gibt ja keine Alternative zu wählen. Nein, gerade die nicht.

Gewerbesteuer wird pünktlich abgebucht.

PS: An der Doppelspitze der Taskforce werden nach Willen der Bundesregierung Jens Spahn und Verkehrsminister Andreas Scheuer stehen.

Scheuer. Der wird das Virus per Maut stoppen.